Heute lernt Ihr die wundervollen Unternehmerinnen Marlene und Anne kennen! Sie berichten Euch über Ihre Erfahrungen beim Gründen Ihres Social Business „Nata Y Limón“. Aktuell läuft ihre Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter, die ihr hier unterstützen könnt! Im folgenden Interview lernt Ihr wie das nachhaltige Label „Nata Y Limón“ kennen und erfahrt mehr über die Learnings der beiden Gründerinnen bei  ihrer ersten Crowdfunding-Kampagne.

Wie kam Euch die Idee zu Nata y Limón und wann habt Ihr gegründet?

Wir beide kennen uns schon bereits seit unserem Tourismusstudium in 2005 und sind seitdem sehr gute Freundinnen geblieben. In 2015 haben wir beide unabhängig voneinander unsere festen Jobs in Berlin und München gekündigt. Der Drang, unsere Energie in etwas Sinnvolles zu stecken, wurde bei uns beiden einfach sehr groß. Wir haben uns dazu entschieden, eine längere Zeit als Freiwillige in sozialen Projekten zu arbeiten und hier unserer Marketingerfahrungen aus unseren vorigen Jobs sinnstiftend einzusetzen. Dabei hat es uns beide sehr stark nach Mittelamerika gezogen. Anne arbeitete bei einem Bildungsprojekt in Costa Rica und Marlene bei einem Frauenprojekt in Guatemala – hier nahm die Idee von Nata Y Limón ihren Ursprung.

In Guatemala lernte Marlene sehr viel über das Leben indigener Gemeinden und über die schwierige Rolle der Frau innerhalb dieser Gesellschaftsschichten. Gleichzeitig hat sie die einmalige Maya Textilkunst kennengelernt, welche die Kultur Guatemalas sehr stark prägt. Die MeisterInnen dieser uralten Handwerkskunst sind gegenwärtig überwiegend Frauen. Für sie ist die Handarbeit oftmals die einzige Möglichkeit zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Im häuslichen Umfeld wurde ihnen die Webkunst bereits als Kind beigebracht und üblicherweise sind sie es, die das Handwerk auch an die kommenden Generationen weitergeben.

Nach unserer Freiwilligenzeit trafen wir uns beide in Nicaragua und bereisten für ein paar Wochen gemeinsam das Land. An unserem ersten Abend entstand die Projektidee zu Nata Y Limón. Die Erfahrungen in Mittelamerika haben uns sehr geprägt und das Projekt Nata Y Limón ging uns einfach nicht mehr aus dem Kopf. Als wir wieder in Deutschland ankamen, starteten wir sofort die Marktrecherche und Business-Planung. Im August 2016 reisten wir ein zweites Mal nach Guatemala zur Recherche und zum Aufbau der Partnerschaften mit lokalen Webkooperativen. Im Oktober 2016 kam es dann zur Unternehmensgründung und offiziellen Geburtsstunde von Nata Y Limón.

 

Warum habt Ihr Euch für Crowdfunding entschieden?

Die Gedanken an ein Crowdfunding begannen schon ganz am Anfang in 2016 mit der Unternehmensgründung. Damals waren wir noch etwas zögerlich, weil wir erst einmal den Kern von Nata Y Limón für uns selber sehr klar haben wollten. Als wir dann im April 2017 mit der Arbeit an unserer ersten eigenen Kollektion starteten, kam das Thema Crowdfunding sofort wieder auf den Tisch. Wieder waren wir etwas zögerlich. Unsere Produkte sind sehr hochwertig und einzigartig und damit treffen wir eher auf einen Nischenmarkt. Von daher waren wir uns nicht sicher, ob somit eine Crowdfunding-Kampagne der richtige Kanal zum Launch unserer neuen Kollektion ist. Relativ schnell merkten wir dann aber, dass unsere Gedanken in die falsche Richtung gingen.

Wir sind ein Design-Label mit sozialer Mission. Wir wollen zeigen, dass in jedem Kissenbezug, jedem Stoff und jedem Produkt weitaus mehr steckt als schönes Design. Die persönlichen Geschichten der WeberInnen und das Textilhandwerk machen unsere Produkte zu einzigartigen Stücken, die gleichzeitig Gutes tun! Wir wollen Menschen eine Alternative bieten. Menschen, die den Status-quo hinterfragen, auf der Suche sind nach Authentizität und Ehrlichkeit und sich für einen bewussteren Lebensstil entschieden haben. Menschen, die sich gern mit besonderen Dingen umgeben und keinen Wert auf austauschbare Massenware legen.

Mit der Crowdfunding-Kampagne finanzieren wir den Start unserer ersten Produktion der neuen Kollektion. Es geht aber gleichzeitig um so viel mehr. Und zwar um den Start unseres Sozialunternehmens. Diesen wollen wir zusammen mit Menschen schaffen, die unsere Mission teilen und unterstützten. Menschen, die im Endeffekt als Verbraucher und unsere Kunden unser Unternehmen langfristig auch erfolgreich machen. Den ersten Schritt können wir somit nicht über einen Kredit von der Bank schaffen, sondern nur gemeinsam mit der Crowd!

 

Was war Euer bisher wichtiges Learning, das Du anderen Gründern vor deren erster Crowdfunding-Kampagne mitgeben würdest?

Sehr gut ist es überhaupt erst einmal, wenn man sich fest dazu entschieden hat, eine eigene Kampagne zu starten. Und das so früh wie möglich! Die Vorbereitungen und Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne bringen einem selber in einer unheimlichen Geschwindigkeit Klarheit über seine eigene Geschäftsidee und im zweiten Schritt unheimlich motivierendes Feedback aus dem eigenen Bekanntenkreis und Interesse der breiten Öffentlichkeit. Wir selber haben ja anfangs etwas gezögert und sind nun wirklich froh, es doch auf die Beine gestellt zu haben. Die positiven Reaktionen und der Support, die wir bereits in der ersten Kampagnenwoche erfahren haben, sind unglaublich und kein Vergleich zu allen vertrieblichen und kommunikativen Maßnahmen, die wir seit der Gründung im Oktober 2016 erlebt haben.

Unser wichtigstes Learning: Das eigene Netzwerk zu früh wie möglich in die Vorbereitungen mit einbeziehen und für den Go-live mobilisieren, damit gleich zum Anfang ein Kampagnen-Momentum entsteht.

 

Wie können Dich die Idea Camp Leser unterstützen?

Wir brauchen ganz klar mehr Menschen, die mit an Bord kommen, ein Statement setzen und mit ihrer Stimme unser Projekt und die #morethanapillow Story unterstützen. Sei es direkt auf Kickstarter oder durch Weiterempfehlung an Freunde, Bekannte oder Geschäftskontakte. Let’s make this more than pillow talk! http://kck.st/2hkD5BM

Fotocredit: Jorge Estuardo De León